Eine Million Minuten von Wolf Küper

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„Ich wünschte, wir hätten eine Million Minuten!“ Das sagt seine kleine Tochter eines Tages zu Wolf Küper, als er sie mal wieder mit dem Hinweis „Dafür haben wir keine Zeit“ vertröstet. Dieser Satz löst in Küper und seiner Frau ein Gedankenexperiment aus. Was wäre, wenn sie sich tatsächlich eine Million Minuten nähmen für ihre Familie und für ihre beiden Kinder? Wenig später beginnt eine abenteuerliche Reise.

Eine Million Minuten, das sind 694 Tage, fast zwei Jahre. Ein Meer an Zeit für die junge Familie. Für Küper selbst, der als Experte für Umweltfragen im Auftrag der Vereinten Nationen durch die Welt reist, und für seine voll berufstätige Frau Vera. Vor allem aber für die schwerbehinderte Tochter Nina, die so vollständig in ihrer eigenen Welt lebt, dass sie den Rest der Familie einfach mitzieht.

Wie viel sind eine Million Minuten wert?

Wolf und Vera beginnen zu rechnen. Wie viel Geld brauchen sie, um sich eine Auszeit von einer Million Minuten leisten zu können? Wie viel Minuten kostet das neue Auto? Wie lange können sie fortbleiben, wenn sie auf den neuen Carport verzichten? Konsequent beginnen die beiden, sich von Dingen zu verabschieden, Gegenstände zu verkaufen, auf Überflüssiges zu verzichten – und machen sich letztlich auf den Weg: nach Thailand, nach Australien und nach Neuseeland. Es wird eine Reise zum Wesen jeder einzelnen Person und zur Familie im Ganzen.

Im Mittelpunkt des Buchs „Eine Million Minuten. Wie ich meiner Tochter einen Wunsch erfüllte und wir das Glück fanden“ steht das Verhältnis Küpers zu Nina. Unversehens wandelt sich sein Blick auf die Tochter, die „wie ein Außerirdischer“ durchs Leben geht. Gemeinsam mit dem Vater entdeckt der Leser die Welt aus dem Ninas Blickwinkel neu, muss sich Zeit nehmen, um den manchmal gewundenen Gedankengängen des Mädchens zu folgen. Es dauert, sich mit den Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten des Lebens zu beschäftigen, die nur unwichtig erscheinen, aber immer bedeutender werden, je genauer man hinschaut. Es dauert, all die schönen Dinge zu sehen, zu hören und zu tun, die man sehen, hören, tun will, aber immer aufschiebt. Ein schönes Leben zu leben, das geht nicht mal so nebenbei, dafür muss man sich Zeit nehmen – auch als Leser. Das ist die Botschaft, die in den Beschreibungen auch der scheinbaren Belanglosigkeiten der langen Reise dieser Familie steckt.

Sprachlich brillant

Hinzu kommt, dass das Buch nicht nur inhaltlich lustig und erhellend, sondern auch sprachlich brillant ist. Humorvoll, liebevoll und ironisch schildert Küper seinen eigenen Weg zu zeitlichem Reichtum. Am Ende des Buchs kehrt die Familie wieder nach Deutschland zurück, aber nicht in ihr altes Leben. Dafür haben sich alle Beteiligten zu sehr verändert.

Eine Million Minuten von Wolf Kueper

Eine Million Minuten. Wie ich meiner Tochter einen Wunsch erfüllte und wir das Glück fanden. Von Wolf Küper. Penguin