Der Weihnachtskleid-Sewalong: Es geht voran

… nur leider sehr langsam.

Ok, das ist ein Allgemeinplatz, vor allem vor Weihnachten, aber: Meine Güte, wie die Zeit fliegt. Schon wieder ist Sonntag und damit Zeit für den Weihnachtskleid-Sewalong auf dem Me-made-Mittwoch-Blog. Wieder präsentiert von Katharina von sewing addicted, die ja schon fast fertig ist mit ihrem tollen Weihnachtskleid, wie so viele andere auch schon. Ich hänge hinterher, stelle ich fest!

Für unser viertes Treffen hat Katharina ausgerufen: „Uahh, es passt nicht, das muss ich ändern / Ich habe diese schwierige Stelle gemeistert und bin megastolz! / Soll ich hier noch eine Borte aufnähen, was meint ihr? / Das sieht doch schon ganz gut aus, oder?“

Frohne-Kleid, Weihnachtskleid-Sewalong, OberteilIch stecke irgendwo zwischen „Uahh, es passt nicht, das muss ich ändern“ und „Das sieht doch schon ganz gut aus, oder?“. Nachdem ich letzte Woche beim Probemodell meines Frohne-Schnittes die Passform so gelobt hatte (die ich immer noch sehr gut finde), kam ich ganz ohne Änderungen natürlich doch nicht aus. Mit dem durchgehenden Rückenteil hatte ich von Anfang an etwas gefremdelt, Anpassungen, z.B. bei einem leichten Hohlkreuz sind hier im Grunde gar nicht möglich. Irgendwann habe ich mich also entschlossen, den Rücken doch zu teilen und einen separaten Rock anzufertigen. Ich bilde mir auch ein, dass das Kleid so bequemer wird. Nun bin ich gerade dabei, das Oberteil zusammenzunähen, plage mich mit den Besatzteilen rum  und hoffe, dass der Rock auch nach der Bastelei noch passen wird. Zur Not habe ich genug Stoff, um zumindest den rückwärtigen Rock neu zuzuschneiden (und eigentlich bin ich auch sicher, dass ich den Stoff noch einmal nachkaufen könnte, aber das ist nur die letzte Option).

Frohne-Kleid, Weihnachtskleid-Sewalong, FutterGestern habe ich dann noch bei Stoffe Gädtke Futterstoff mit Elastan in Aprikot (man könnte auch sagen mit Tendenz zu schweinchenrosa) besorgt, das nun auch unter das Messer kommt. Noch habe ich die Hoffnung, dass das Kleid rechtzeitig fertig wird, drückt mir die Daumen.

Ich wünsche Euch allen einen schönen zweiten Advent mit Kaffee, Tee, Weihnachtsplätzchen und was für Euch noch so dazu gehören mag.

Der Weihnachtskleid-Sewalong: Das Probemodell

Moin, es ist Sonntag und wieder treffen sich Hobbyschneider und -schneiderinnen auf dem Me-made-Mittwoch-Blog zum gemeinsamen Weihnachtskleidnähen. Organisiert von Katharina von sewing addicted, die für heute die Aufgabe stellt:

„Jetzt aber los, erste Nähte sind gemacht!  / Endlich hab ich angefangen / Probemodell sitzt, ich kann den richtigen Stoff zuschneiden / Ich bin ein Streber und nähe jetzt mein zweites Weihnachtskleid“

In letzten Woche hatte ich ja schon angekündigt, erst einmal ein Probemodell meines Frohne-Kleides herzustellen. Das mache ich mittlerweile immer häufiger, weil mich das Gefummel am tatsächlichen Kleidungsstück immer so nervt. Ich fummel lieber an den Probestücken rum, da kann gern mal was schiefgehen, das stört mich dann nicht.

Frohne ProbekleidDas Probemodell war eindeutig eine gute Idee! Nicht nur, um die Passform zu überprüfen, die übrigens hervorragend ist – offensichtlich habe ich 50er-Jahre-Figur -, sondern vor allem, um überhaupt erst einmal zu verstehen, wie dieses Kleid zusammengebaut wird. Die Anleitung ist – nun ja – nicht vorhanden, bzw., sie beschränkt sich auf Kürzestanweisungen wie „Einkräuseln“ auf dem Miniaturschnittplan. Hinzu kommt, dass die Konstruktion dieses Kleides komplett anders ist als alle, mit denen ich zuvor mal gearbeitet habe.

Frohne Probekleid, KeilUnd so musste ich schon ein wenig Denksport betreiben, bis ich verstanden hatte, wie nun genau dieses Faltenteil am Rock eingesetzt werden soll, damit alles passt, oder wie die Keile unter den Achseln nun genau die Ärmel formen. Aber es scheint alles zu funktionieren, zur Not hilft es immer, eine Nacht darüber zu schlafen. Ich hoffe, dass die Knopfleiste eine Öffnung lässt, die groß genug ist, damit ich mich da durchschlängeln kann, das ist derzeit mein größtes Problem. Aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, der richtige Stoff kommt also demnächst unters Messer.

Übrigens an dieser Stelle einmal vielen Dank für Eure Kommentare und Klicks. Das ist wirklich motivierend. Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen ersten Advent!

Die Burda-Caban-Jacke oder: Auch Fahrradfahren muss man üben

Wenn schon, denn schon. Wenn ich schon (näh-)blogge, dann zeige ich auch mein selbstgemachtes Zeug, selbst wenn ich damit nicht wirklich einen Blumentopf gewinnen kann. Dies ist meine erste MMM-Teilnahme und ich starte mit einer eher verunglückten Herbst-Winterjacke.

Burda Caban-JackeMit dieser Jacke habe ich vor einiger Zeit nach langer, langer Unterbrechung meine Hobby-Näherei wieder aufgenommen. Und da ich früher eigentlich richtig gut war und ich dachte: „Das ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht“, war mein Anfangsprojekt also nicht ein einfaches Röckchen oder so, sondern dieses Stück mit ungefähr 243 Schnittteilen – so fühlte es sich zumindest an.

Genäht nach dem Burda-Schnitt FashionLine-507A-DL. Absurderweise war der Schnitt auf der Burda-Seite mit einem Punkt, also mit „leicht“ ausgezeichnet, das wurde mittlerweile geändert. Die Jacke hatte mich zwischenzeitlich an den Rand der Verzweiflung gebracht. Die streckenweise völlig unverständliche Anleitung und ein Schnitt, der keinen Fehler verzeiht, waren das eine, meine eingerosteten Nähkenntnisse das andere. Die vielen Schnittteile hatte ich ganz gut im Griff, aber die Passform anzupassen (der Burda-Musterkörper hat nur entfernte Ähnlichkeit mit meinem) war eine Friemelarbeit ohne Ende und führte letztlich dazu, dass die Anstoßpunkte an einigen Stellen nicht mehr passen und ich vor allem den Kragen nicht mehr einsetzen konnte. Ich hatte nicht mehr genug Stoff, um ihn neu zuzuschneiden, sodass ich im unteren Kragen ein Stück in die Mitte setzen und für den oberen einen Fellbesatz basteln musste. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt stellte ich fest, dass Burda für diese Jacke keine Taschen eingeplant hatte! Äh – sorry, liebe Burdas, aber was ist denn das für eine Idee? Eine Übergangs-Herbst-Winter-Jacke ohne die Möglichkeit, das eiskalte Händchen zwischendurch mal warm zu verstauen? Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt den Stoff bis auf winzigkleine Fitzelchen verbraucht, sodass auch Basteln nicht mehr infrage kam. Das war dann das erste Mal, dass ich die Jacke entnervt in die Ufo-Ecke pfefferte.

Irgendwann zog ich sie da dann wieder raus und nähte aus den unendlich vielen Schnittteilen das Futter (wobei ich natürlich wieder mit der Passform kämpfte, hatte ich doch meine zahllosen Änderungen nicht notiert …) und machte den typischen Anfängerfehler (Anfänger? Ich? Pffff … was sind schon ca. 10 Jahre Nähpause. Ihr wisst schon, da war was mit dem Fahrrad), das Futter zu klein zuzuschneiden. Mit anderen Worten: Ich konnte mich darin kaum bewegen. Also trat die Jacke zum zweiten Mal den Weg in die Ufo-Ecke an.

Irgendwann aber nähte ich die Jacke aber dann doch zu Ende, vor allem, weil es mir um den wirklich schönen Stoff leid tat (eine schöne Wolle vom Stoffmarkt). Und siehe da: Allen Unvollkommenheiten zum Trotz habe ich sie im Herbst doch sehr gern getragen. OK, man darf nicht reinschauen, das Innenleben hat echt was von „Pfusch am Bau“, es nervt, dass keine Taschen vorhanden sind, der Kragen sitzt eher mäßig bis gar nicht, ebenso die Knöpfe – die ich aber schon vier Mal neu platziert habe, die bleiben jetzt so. Aber die Jacke ist warm genug für den Übergang und passt zur Hose ebenso wie zum Rock – und sie ist selbstgemacht. Das hat was!

Und ich habe gelernt: Auch Fahrradfahren sollte man von Zeit zu Zeit üben …

Dass die Näherei auch besser geht, beweisen die vielen Teilnehmerinnen beim MMM.

Das Frohne-Projekt oder Nähen ist keine exakte Wissenschaft

Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil des Weihnachtskleid-Sewalongs auf dem Me-made-Mittwoch-Blog. Ich habe mich ja zwischenzeitlich entschlossen, mich am Frohne-Schnitt zu versuchen. An dieser Stelle vielen Dank für die vielen Klicks und die Kommentare. Die Entscheidung ist mir dann sehr leicht gefallen.

„Die Aufgabe heute ist: Jetzt nähe ich doch lieber was die anderen alle nähen / Ich habe mich für mein Traumkleid entschieden / Ich nähe mal lieber erst ein Probemodell / Taddaa, zugeschnitten! / Der Stoff reicht nicht, Hilfe!“

Probemodell! Eindeutig Probemodell! Ich hatte ja schon erwähnt, dass das gesamte Rückenteil in einem Stück zugeschnitten wird, das heißt, nachträgliche Anpassungen sind kaum möglich. Da möchte ich schon wissen, ob das passt, bevor ich meinen Stoff anschneide. Also kommt erst einmal alte Bettwäsche zum Einsatz.

Leider bin ich in den letzten Tagen kaum zum Nähen gekommen, und wenn, dann hat sich ein Rock vorgedrängelt, der heute beim Spaziergang bei Traumwetter zum Einsatz kam. Aber immerhin: Ich habe den Schnitt vergrößert. Die Frohne-Schnitte sind nur mit einem speziellen Schnittvergrößerer, einem Storchenschnabel, nutzbar. Von einer Miniaturansicht nimmt man damit Markierungspunkte ab und verbindet diese anschließend mit Schneiderlinealen.

Frohne Schnittmuster ausgeschnitten

Das ist eine Wissenschaft für sich (die Anleitung dazu umfasst mehrere Seiten), aber manchmal alles andere als exakt. Sobald der Fuß des Storchenschnabels nur ein Stückchen verrückt, das Papier irgendwo eine kleine Welle schlägt oder wenn den man Stift nur ein kleines bisschen anders hält, verrutscht der Punkt um ein paar Millimeter. Aber ich finde das nicht zu dramatisch. Anpassungen schon am Schnittmuster muss ich auch bei Burda- oder anderen Schnitten vornehmen – wie wohl jeder, oder? Und die sind teilweise noch viel gravierender. Aber davon abgesehen, scheint der Schnitt schon einigermaßen zu passen, sagt zumindest das Maßband. Aber gut, wir werden sehen. Ich hoffe, dass ich nächste Woche mehr zeigen kann. Bis dahin wünsche ich viel Spaß an den Nähmaschinen.

Dame oder Matrone?

Hoppla, das ist ja ein recht eindeutiges Votum für den Vintage-Schnitt. Also gut, dann wage ich mich mal ans Abenteuer „Frohne-Projekt“. Mal sehen, was dabei rauskommt, ich hoffe ja auf die beschriebene damenhafte Anmutung. Für den Fall, dass mir statt der Dame doch eher die Matrone aus dem Spiegel entgegenschaut oder ich aus irgendeinem anderen Grund an Frohne scheitere, lege ich mal den Butterick 5951 nicht allzu weit weg.

Es gibt ja einige andere, die sich an Retro-Schnitten versuchen. Besonders schön finde ich die Auswahl von Schnitte des Todes, von Catherine und von Schönes Nähen (den Burda-Schnitt, auf eine solche Wirkung hoffe ich bei meinem Kleid auch).

Für Vintage-Fans lohnt sich übrigens das Fernsehen gerade. Überall laufen Dokumentationen zur Ermordung John F. Kennedys, die sich heute zum 50. Mal jährt. Da erfährt man nicht nur viel über die Geschichte und die Hintergründe des Attentats, sondern bekommt natürlich auch viel von der Zeit (und der Mode) mit. Vor allem Jackies Stil ist omnipräsent.

Und dann noch ein Hinweis auf eine – wie ich finde – gut gemachte Serie über eine Nachrichtensendung in den 50er-Jahren: The Hour, deren zweite (und leider auch letzte) Staffel gestern auf Arte angelaufen ist. Mit Ben Wishaw, Dominic West und Romola Garai. Die ersten drei Folgen sind derzeit auf Arte plus7 abrufbar.

Weihnachtskleid-Sewalong 2013 – 1: Es geht los …

und wie gestern schon angekündigt bin ich dabei. Ab heute treffen sich Hobbyschneiderinnnen (und vielleicht auch Hobbyschneider) auf dem me-made-mittwoch-Blog zum gemeinsamen Nähen eines Weihnachtskleids (oder eines anderen festlichen Outfits).

Die heutige Aufgabe ist einfach:

„Ich bin ein Streber und habe schon alles zusammen gesucht / Ich habe noch überhaupt keinen Plan und sage stattdessen ein Gedicht auf / Ich gucke mal, was die anderen so nähen / Dieser Stoff soll es sein, nur was für ein Schnitt?? / Kleine Rückblende: mein Weihnachtskleid 2012/2011“

Ach, wie schön, das ist meine Lieblingsphase beim Nähen: das Planen und Träumen, das Durchwühlen von Stoffschrank und Schnittmustersammlung, das Entwerfen und Verwerfen der schönsten oder auch weniger schönen Modelle. Noch liegt die ganze Nähwelt vor mir, vor meinem inneren Auge sehe ich mich in wunderbaren Kleidern mit weichfallenden Röcken und perfekten Oberteilen in optimaler Passform. Kein störrisches Schnittteil stellt sich mir in den Weg, die Stoffmenge reicht auch noch für ein kleines Extradetail aus, alle Materialien sind natürlich vorhanden und überhaupt ist das Nähen ein einziges Vergnügen. Wie es dann in der Realität aussieht – wer weiß!

Ich gehöre zur Fraktion: „Dieser Stoff soll es sein, nur was für ein Schnitt?“

Mein Stoff weigert sich beharrlich, sich bei diesem Licht fotografieren zu lassen. Es handelt sich um 3 Meter eines eher dünnen Wolle-Viskose-Mixes mit einem Minianteil Elastan, dunkelgrau-braun mit einem ganz kleinen beigefarbenen Muster. Durch das Elastan ist er leicht querelastisch, deshalb hoffe ich darauf, dass das Kleid nicht nur superschön, sondern auch superbequem werden wird.

Bei der Auswahl der möglichen Schnitte habe ich vor allem auf lange Ärmel geachtet und auf ein enganliegendes oder zumindest schmales Oberteil. Ob weiter oder enger Rock, weiß ich noch nicht.

Simplicity 2550 in der Variante A

Mir gefallen das Wickeloberteil und die hohe Empiretaille. Außerdem heißt es in Besprechungen, dass es ein eher locker fallendes Kleid ist – das ist in der Weihnachtszeit sicherlich nicht verkehrt. Ich bin mir ziemlich sicher, diesen Schnitt auch schon mal auf einigen deutschsprachigen Blogs gesehen zu haben, werde aber gerade nicht fündig. Ich würde das Kleid mit langem Ärmel nähen.

Butterick 5951 in der Variante C

Der Schnitt ist mir vor einiger Zeit bei einer der letzten Angebotswochen bei Vogue in den Einkaufskorb gehüpft und macht derzeit im Netz Furore, ausgelöst von den wunderschönen Modellen, die Tina daraus gezaubert hat. Die Raffungen an Schulter und in der Taille finde ich entzückend, zudem hat der Schnitt den unschlagbaren Vorteil, mit gerade einmal fünf Schnittteilen auszukommen. Damit steigen meine Chancen, das Kleid tatsächlich bis zum Endtermin fertigzubekommen.

Butterick 5917 in der Variante C (aber ohne die Rüschen am Ärmel)

In dieses Kleid hatte ich sofort verliebt, als ich es entdeckte, der grottenschlechten Passform beim Model auf dem Umschlag zum Trotz. Die hohe Taille, der weitschwingende Rock bei der Variante C und die Rüschen am Ausschnitt gefallen mir.  Sarah von goodbyevalentino hat daraus zwei sehr schöne Kleider, allerdings mit engem Rock und ohne Ärmel, dafür aber mit toller Passform, genäht.

Meine Nähmode 3/2012, Modell 33 (Simplicity 2307)

Wenn das Mädchen in mir gewinnt, wird es wohl dieses Kleid werden: Puffärmelchen und Biesen … einfach schön.  Ich würde allerdings keinen Bubikragen nähen, sondern einen Stehkragen. Julia von eben Julia hat aus diesem Schnitt einmal ein sehr schönes Kleid genäht. Allerdings schrecken mich die nähtechnischen Details, die mich reizen, auch genauso ab. Ich fürchte, dass ich damit einfach nicht fertig werde – ich bin nicht gerade die schnellste Näherin vorm Herrn. Andererseits wächst man ja an den Aufgaben, habe ich mal gehört.

Frohne Modelle, Frühjahr/Sommer 1958, Modell 58087

Wenn die Dame in mir die Oberhand behält, dann hat dieses Frohne-Kleid gute Chancen (Nachtrag im März 2014: Sorry, aus rechtlichen Gründen habe ich alle Fotos von Schnitten etc. aus meinem Blog entfernt und durch Verlinkungen ersetzt. Zu diesem Kleid habe ich leider keine Abbildung im Netz gefunden, deshalb kann ich es Euch hier auch nicht mehr zeigen … Ich hoffe, Ihr habt Verständnis für meine Entscheidung). In der Beschreibung heißt es: „Elegantes Nachmittagskleid von sehr damenhafter und schlankmachender Wirkung.“ Letztere ist bei Weihnachtsplätzchen und Braten sicherlich kein schlechter Ansatz. Das Kleid hat gerade einmal sechs Schnittteile, vor allem, weil die komplette Rückseite samt Ärmel in einem Stück zugeschnitten wird. Das wäre ein sehr spannendes Projekt.

So, nun gehe ich erst einmal spicken, was die anderen Damen und Herren so planen. Ich freue mich auf Kommentare, Tipps und Anregungen. Übrigens: Mit der Kommentarfunktion probiere ich noch ein wenig herum, deshalb bitte nicht wundern, wenn Euer Kommentar nicht sofort erscheint. Danke!

Hello again … mit Kleid

So, ab morgen läuft der Weihnachtskleid-Sewalong auf dem Me-made-mittwoch-Blog. Wer den noch nicht kennt: Hier treffen sich jeden Mittwoch Nähverrückte, um wunderschönes Selbstgeschaffenes zu zeigen.

Schon lange bestaune ich Woche für Woche die tollen Kleider, Röcke, Shirts, Blusen etc. Was also liegt näher, als endlich mal selbst mitzumachen? Nun denn: Auf zum Kleidernähen! Ich reaktiviere meinen Uralt-Blog, räume darin ein wenig auf und zücke die Kamera. Denn ohne Bilder wird das nix!

Ab morgen gWKSA13eht es los, mit einem sportlichen Zeitplan. Na ja, sportlich zumindest für mich Nähschnecke. Aber das ist ein erwünschter Nebeneffekt – ich hoffe auf etwas mehr Disziplin meinerseits, damit das Kleid auch bis zum Fest fertig wird und nicht traurig als Ufo endet. Ich freue mich auf viele schöne Ideen, spannende Diskussionen über Passformen, Rocklängen und Designdetails, auf Nähtipps und vor allem auf tolle Fotos von noch tolleren Kleidern. Vielen Dank schon jetzt an das Team des Me made Mittwochs für die Einladung und an Katharina von sewing addicted, die das Ganze organisiert.

Wir lesen uns morgen!

Das Schweigen meiner Mutter von Lizzie Doron

„Wo ist mein Vater?“ Das fragt die kleine Lizzie sich selbst, ihre Mutter und überhaupt jeden, den sie kennt. Denn im „Viertel“, in dem sich die Shoah-Überlebenden versammeln, ist sie das einzige Kind, das ohne Vater groß wird. Doch jeder schweigt, allen voran Lizzies Mutter. „Was ich will, dass sie weiß, das weiß sie.“, sagt sie. Und so schafft sich Lizzie einen eigenen Vater, lässt ihn als Partisan in Polen gegen die Nazis kämpfen oder nach Amerika auswandern.

Erst Jahre später, als Erwachsene, kommt sie der Wahrheit auf die Spur, halb suchend, halb von Informationen überfallen, die nun, da die Mutter tot ist, aus den anderen herausquillen. Und auch die anderen Geschichten kommen heraus, das Schweigen der anderen Überlebenden der Nazi-Zeit bricht. Am anrührendsten ist die letzte Seite des Buchs, die ein Foto der kleinen Lizzie zeigt, mit ihrem Vater, der sich vor ihr und den anderen in einem Gebüsch versteckt und sie beobachtet.

Was für ein großartiges Buch!

Doron, Lizzie: Das Schweigen meiner Mutter. dtv. 14,90 Euro

Hemmersmoor von Stefan Kiesby

Keine leichte Kost, aber äußerst lesenswert: der Roman Hemmersmoor von Stefan Kiesby.

Christian wächst mit seinen Freunden in einem verlassenen, öden Dorf in der trostlosen norddeutschen Tiefebene auf. Die Tage sind geprägt von Langeweile und Tratsch, von Gehässigkeit, Aberglaube und Intoleranz – von einem Klima, das Katastrophen geradezu heraufbeschwört. Und so kommt es, wie es kommen muss: Jeder macht sich schuldig, verrät, betrügt, vergewaltigt und mordet, allein oder als Teil der Gruppe.

Fast jedes der Kapitel, die aus der Sicht unterschiedlicher Personen geschildert sind, endet mit einem oder mehreren Toten, mindestens aber mit Inzest, Vergewaltigung oder Prügel. Kiesby bedient sich dabei vieler Mittel des klassischen Schauerromans, setzt auf das Entsetzen, das sich im Alltag ausbreitet und gerade durch seine scheinbare Normalität einen solchen Schrecken verbreitet.

Allerdings versagt der Autor seinem Leser die Auflösung, die reinigende Sühne. Nein, Hemmersmoor und seinem Grauen entgeht keiner, jeder Versuch einer Flucht scheitert früher oder später. Aber nur die aufufernde Gewalt zu sehen, greift zu kurz. Denn sie ist nur sichtbarer Ausdruck des allumfassenden Schweigens, das in dem Dorf herrscht. Ein Schweigen, das weit tiefer greift, als es zuerst den Anschein hat.

Stefan Kiesby: Hemmersmoor. Klett-Cotta. gebunden. 17,95 Euro

Glanzrolle für Gary Oldman

Ich gestehe, ich bin Gary Oldman-Fan. Der Mann ist einfach ein toller Schauspieler und ziemlich cool obendrein. Für seine Rolle als George Smiley in „Dame König As Spion“ ist er für der Oskar nominiert – völlig zurecht meiner Meinung nach.

Die Story: Der Chef des britischen Auslandsgeheimdienstes, Control genannt, sucht einen Spitzel in den eigenen Reihen und schickt dafür einen Agenten nach Budapest. Aber die Aktion scheitert, Control nimmt seinen Hut und mit ihm geht seine rechte Hand George Smiley. Doch kurz darauf wird Smiley vom der Regierung reaktiviert und soll nun seinerseits den Maulwurf finden. Smiley beginnt mithilfe des Agenten Peter Guillam seine geheime Untersuchung auf höchster Ebene. Ein kaltes, berechnendes und menschenverachtendes Spiel zwischen verfeindeten Geheimdiensten um Wahrheit und Lüge, Vertrauen und Verrat beginnt.

Allein schon die Szene, in denen Gary Oldman als George Smiley ganz zu Beginn nach seiner Demission das Gebäude verlässt, leicht gebeugt und stets immer drei Schritte hinter seinem Chef, ist Oskar-verdächtig. Oldman gelingt es, die Figur des Smileys allein durch seine Körperhaltung treffend zu charakterisieren und ihre Loyalität, Verletztheit und Zweifel darzustellen. Überhaupt ist Smiley das genaue Gegenteil des bekanntesten britischen Agenden, James Bond. Grau und unscheinbar wirkt er eher wie ein Buchhalter als ein Top-Agent – trotz des perfekt sitzenden Anzugs. Gitzerwelt, wilde Schießereien und Verfolgungsfahrten gibt es in seiner Welt nicht, dafür zähe Ermittlungsarbeit und kühles, möglichst emotionsloses Nachdenken. Doch gerade Letzteres fällt Smiley immer schwerer, denn sein Gegner, der Chef des KGB, kennt seine Schwäche und nutzt sie brutal aus.

„Dame König As Spion“ ist ein grandioses Stück Kino mit einer spannenden Story (basierend auf dem Roman von John le Carré) in einer coolen 70er-Jahre-Optik. Neben Oldman spielt eine grandiose Schauspielriege: Benedict Cumberbatch als Peter Guillam, John Hurt als Control, daneben Colin Firth, Tom Hardy, Toby Jones und andere – sie alle brillieren in ihren Rollen.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=YE5-1ndg6uA]

Einfach ein großartiger Film! Wer ihn noch nicht gesehen hat: Unbedingt nachholen.